Todesfall (Inventuramt)

Bei einem Todesfall einer in Muri wohnhaften Person ist die Gemeindekanzlei verpflichtet, ein Steuerinventar zu erstellen.

Unsere Gemeindekanzlei berät sie individuell und kompetent in allen Fragen der Inventaraufnahme und Erbschaftssteuerpflicht.

Man unterscheidet zwischen 3 Arten von Inventaren:

Sicherungsinventar

(Art. 553 ZGB; http://www.admin.ch/ch/d/sr/210/a553.html)
Von Amtes wegen wird die Aufnahme eines Inventars angeordnet:

1. wenn ein Erbe unter Beistandschaft steht
2. wenn ein Erbe dauernd und ohne Vertretung abwesend ist
3. wenn einer der Erben dies verlangt

Die Inventaraufnahme erfolgt nach den Vorschriften des kantonalen Rechts und ist in der Regel innert zwei Monaten nach dem Tod des Erblassers durchzuführen. Für das Verfahren ist das Bezirksgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen zuständig. Weitere Sicherungsmassregeln sind die Siegelung der Erbschaft und die Anordnung der Erbschaftsverwaltung.

Öffentliches Inventar

(Art. 580 ff. ZGB; http://www.admin.ch/ch/d/sr/210/a580.html)
Jeder Erbe, der die Befugnis zur Ausschlagung der Erbschaft hat, ist berechtigt, ein öffentliches Inventar zu verlangen. Das Begehren muss innert Monatsfrist in der Regel schriftlich beim Bezirksgericht gestellt werden. Wird es von einem Erben gestellt, so gilt es auch für die übrigen Erben.
Mit der Aufnahme des Inventars verbindet die Behörde einen Rechnungsruf, durch den auf dem Wege angemessener öffentlicher Auskündung die Gläubiger und Schuldner des Erblassers mit Einschluss der Bürgschaftsgläubiger aufgefordert werden, innert einer bestimmten Frist ihre Forderungen und Schulden anzumelden. Nach Ablauf der Auskündungsfrist wird das Inventar geschlossen und hierauf während mindestens einem Monat zur Einsicht der Beteiligten aufgelegt.

Steuerinventar

Das Steuerinventar ergibt sich aus dem kantonalen Recht (Steuergesetz, § 210 ff; SAR 651.100; http://www.ag.ch/sar/). Nach dem Tod einer steuerpflichtigen Person wird, ausser in Fällen offenkundiger Vermögenslosigkeit, ein Inventar aufgenommen. Die Aufnahme des Inventars erfolgt durch die Gemeinde, in der die verstorbene Person ihren letzten Wohnsitz hatte, bei Wohnsitz ausserhalb des Kantons durch die Gemeinde, in der sich die steuerbaren Werte oder deren Hauptteile befinden.
Die Erbberechtigten und Personen, die das Nachlassvermögen verwalten oder verwahren, dürfen über dieses vor Aufnahme des Inventars nur mit Zustimmung der Inventurbehörde verfügen. Zur Sicherung des Inventars kann die Inventurbehörde die sofortige Siegelung vornehmen.
Die Erbberechtigten, deren gesetzliche Vertreter, die Erbschaftsverwalter sowie die Willensvollstrecker sind verpflichtet, über alle Verhältnisse, die für die Feststellung der Steuerfaktoren von Bedeutung sein können, wahrheitsgetreu Auskunft zu erteilen. Im Weiteren haben sie alle Bücher, Urkunden, Ausweise und Aufzeichnungen, die über den Nachlass Aufschluss verschaffen können, vorzuweisen und alle Räumlichkeiten und Behältnisse zu öffnen, die dem Erblasser zur Verfügung gestanden haben.
Da unter dem neuen Steuergesetz, gültig per 1.1.2001, unentgeltliche Zuwendungen an Nachkommen nicht mehr erbschafts- bzw. schenkungssteuerpflichtig sind, wurde eine Vereinfachung des Inventarisierungsverfahrens an die Hand genommen. Das Verfahren wird inskünftig in 3 Gruppen aufgeteilt und wie folgt abgewickelt:

1) Erbberechtigte Personen sind ausschliesslich der überlebende Eheteil und/oder Nachkommen (Kinder, Enkel, Urenkel)
Die Vermögensaufstellung der unterjährigen Steuererklärung wird zum Inventar erklärt und den erbberechtigten Personen gleichzeitig mit einem Begleitbrief eröffnet. Der Erbfall ist nicht erbsteuerpflichtig.

2) Mindestens eine Person ist erbsteuerpflichtig (alle ausser die unter a) genannten) oder die Aufnahme eines Erbschaftsinventars wird verlangt
Es wird wie bis anhin ein Inventar erstellt, gestützt auf die Angaben der unterjährigen Steuererklärung.

3) Bei offenkundiger Vermögenslosigkeit
Auf eine Inventarisierung wird verzichtet.

Erbteilung

(Art. 602 ff. ZGB; http://www.admin.ch/ch/d/sr/210/a602.html)
Beerben mehrere erbberechtigte Personen einen Erblasser, so besteht unter ihnen, bis die Erbschaft geteilt wird, eine Gemeinschaft aller Rechte und Pflichten (Erbengemeinschaft). Sie erhalten Gesamteigentum und verfügen über die Rechte der Erbschaft gemeinsam. Jede Miterbin bzw. jeder Miterbe kann aber zu beliebiger Zeit die Teilung verlangen, soweit sie nicht durch Vertrag oder Gesetzesvorschrift zur Gemeinschaft verpflichtet sind. Erbengemeinschaften können aber auch über Jahre hinaus bestehen, ohne dass eine Teilung erfolgt.
Wenn mit letztwilliger Verfügung ein Willensvollstrecker eingesetzt wurde, ist dieser für die Durchführung der Erbteilung zuständig. Im Kanton Aargau besteht kein so genanntes "Amtsnotariat", so dass keine Behörde oder Amtsstelle von sich aus eine Erbteilung veranlasst. Ohne Einsetzung eines Willensvollstreckers können die Erben die Teilung selber an die Hand nehmen oder auch eine Fachperson beiziehen (z.B. Notar, Anwalt, Treuhandbüro).

Erbschaftssteuern

Die Erbschaftssteuern sind im kantonalen Recht geregelt (Steuergesetz § 147 ff, SAR 651.100; http://www.ag.ch/sar).
Die Grundlagen zur Steuererhebung werden durch die Abteilung Steuern erhoben und durch das Kantonale Steueramt veranlagt. Die Steuer wird durch die Gemeinde bezogen (Inkassostelle ist die Abteilung Finanzen).

Erbenbescheinigung

Im Zusammenhang mit der Regelung eines Nachlasses und der Erbteilung benötigen Sie eine Erbenbescheinigung. Die Erbenbescheinigung wird auf Verlangen der Erben vom Bezirksgericht ausgestellt. Sie benötigen diese bspw. für Bankinstitute oder die Übertragung eines Grundstückes vom Erblasser auf die Erbengemeinschaft. Nach der Bescheinigung des Gerichtspräsidiums über die Erbfolge ist diese dem Grundbuchamt am Ort der gelegenen Liegenschaft zu überbringen.