Buchvernissage mit dem Künstler Hugo Suter im Refektorium

Die Kulturstiftung St. Martin, Muri, hatte zur Buchvernissage «Lachen auf dem See» von Hugo Suter eingeladen. Im Refektorium des Klosters Muri wurde am Dienstag die Kunst der Fotografie oder, wie es der Künstler Hugo Suter nennt, das «rasch verfügbare Material» reflektiert.

 

«Lachen auf dem See» lautet der Titel des Fotobuchs von Hugo Suter. Der im Jahr 1943 in Aarau geborene und seit 1993 in Birrwil wohnhafte Maler und Plastiker zeigte zum ersten Mal in einem Buch seine fotografischen Werke der letzten 40 Jahre. Der Hallwilersee, der vor seiner Haustüre liegt, dient ihm oft als Objekt seines künstlerischen Schaffens. Bootshäuser werden wegen ihrer Schlichtheit zu ästhetischen Ablichtungen.

Das Puristische lässt den Betrachter innehalten und staunen. Um seiner Kunst Ausdruck zu verleihen, setzt Hugo Suter unterschiedliche Medien ein. Die Fotografie ist lediglich ein Scharnier dafür. Zufällig entstandene Bilder werden zum Tagebuch seiner Kreativität. Hugo Suter lässt sich immer wieder vom Murianer Alpenmaler Caspar Wolf inspirieren. Das für ihn prägendste Gemälde ist der Rhonegletscher mit seiner Bärentatzen gleichen Eiszunge. «Im Dialog mit Caspar Wolf» sind auch die drei Kunstwerke, welche er im Rahmen dieser Vernissage dem Caspar-Wolf-Kabinett überreichte.

Eröffnet wurde die Vernissage von Lars Müller, dem Verleger des Fotobuchs. Er schilderte seine persönliche Wahrnehmung des Künstlers und dessen Lichtbilder: «Er ist ein Augenöffner für das Unauffällige. Jemand, der mit den Naturgesetzen spielt und die Kunst des Staunens beherrscht. Er konzentriert sich auf Dinge, die uns flüchtig entgehen. Er lässt den Betrachter und Bildleser an seinem Staunen teilhaben. Sein ganzes Universum findet man in seinen Fotografien wieder.»

Urs Pilgrim, der Präsident der Kulturstiftung St. Martin, begrüsste Hugo Suter im Namen der Murianer Kunstinteressierten. Nach der Ausstellung im Aargauer Kunsthaus diesen Frühling sei es eine besondere Ehre, dass die Buchvernissage in Muri stattfinde. Es sei faszinierend, dass historische Kunst moderne Künstler inspiriere. «Mit diesem Buch wird das fotografische Schaffen von Hugo Suter in die Bevölkerung herausgetragen», sagte Urs Pilgrim anerkennend.

Im Gespräch mit Stephan Kunz, Kurator des Aargauer Kunsthauses, reflektierte Hugo Suter das Entstehen seines Fotobuchs.

In den 70er Jahren hatte die Fotografie ihre Blütezeit, und alle Künstler versuchten, sich darin zu verwirklichen. Die Malerei nahm für ihn jedoch immer einen grösseren Stellenwert ein, obwohl die Fotografie mehr Möglichkeiten bot. Damals war es unüblich, dass Künstler mehrere Kunstformen zeigten: «Der Maler blieb bei seinen Gemälden und der Fotograf bei seinen Bildern», sagte Hugo Suter. Die Fotografie spielte für ihn nur eine begleitende Rolle, ein Tagebuch in Bildern sozusagen. Fotografie geschah einfach, es war etwas Absichtsloses. Vielleicht wurde seinen Ablichtungen auch zu wenig Beachtung geschenkt. «Aus mir wird auch jetzt kein Fotograf mehr», betonte der Künstler. Keine Schnappschüsse, kein Jäger und Sammler, kein Auflauern; seine Aufnahmen schwingen einfach mit. Beim Knipsen verabschiede er sich von der Realität, für ihn sei die Fotografie ein rasch verfügbares Material, so Suter.

Seine Architektur-Bilder entstehen nicht aus der Motivation heraus, ein Objekt bildlich festhalten zu wollen. Vielmehr steckt der Gedanke dahinter, was für Möglichkeiten dieser Ort noch bieten könnte. Aktive Motivsuche liege ihm fern, meinte der Künstler. Er möchte mit einem Bild das latent Mitschwingende einfangen. Er sieht sich selbst als Oberflächen-Taucher und zitierte an der Vernissage Hugo von Hofmannsthal: «Die Tiefe muss man verstecken. Wo? An der Oberfläche.» An der Oberfläche schürfen, aber dennoch eintauchen in die Materie.

Die Sprache, die im Fotobuch verwendet wird, ist bewusst zweideutig und humorvoll: «Das Wortspiel das hinterhältig daherkommt», sagte Hugo Suter amüsiert.

Das Buch beinhaltet auch eine Fotostrecke, die mit einer Sofortbildkamera gemacht wurde. Diese Aufnahmen zeigen verschiedene Lichtspiele in alltäglichen Situationen, und bringen die eigentliche Bedeutung der Fotografie zum Ausdruck: «Ein Foto ist gleich Licht», so Suters abschliessende Worte.


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