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Jahresrechnung 2024: Starkes Ergebnis mit einmaligen Effekten

​Medienmitteilung

Muri, 24. März 2025

Jahresrechnung 2024: Starkes Ergebnis mit einmaligen Effekten

Der Gemeinderat Muri hat die Jahresrechnung 2024 verabschiedet. Mit einem Gesamtergebnis von CHF 4.17 Mio. schliesst das Jahr rund CHF 4.7 Mio. besser ab als budgetiert. Dieses erfreuliche Resultat ist jedoch massgeblich durch einmalige Effekte und bilanzielle Anpassungen beeinflusst. Trotz des guten Jahresabschlusses bleibt die langfristige Finanzlage der Gemeinde angespannt.

Die Jahresrechnung 2024 weist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Budget auf. Das operative Ergebnis liegt mit CHF 3.21 Mio. deutlich über dem ursprünglich prognostizierten Minus von CHF 1.56 Mio. Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger hebt hervor, dass das gute Ergebnis mit Vorsicht zu geniessen sei: «Das Ergebnis ist erfreulich und zeigt, dass wir finanziell solide arbeiten. Allerdings dürfen wir uns davon nicht blenden lassen: Die wesentlichen positiven Effekte sind einmalig und ein grosser Teil davon sind reine Buchgewinne. Diese verbessern zwar das Ergebnis auf dem Papier, haben aber keine direkte Auswirkung auf unsere finanzielle Liquidität.»

Das gute Jahresergebnis ist hauptsächlich auf zwei einmalige Effekte zurückzuführen:

  • Aufwertung von den Liegenschaften Mürlefeld und Wiliweg in Höhe von netto CHF 3.6 Mio.: Diese bilanziellen Anpassungen waren notwendig und haben das Jahresergebnis deutlich verbessert.
  • Zusätzliche Steuereinnahmen von rund CHF 2 Mio.: Der grösste Teil stammt aus Nachträgen, die in dieser Höhe nicht wiederkehren werden.

Gleichzeitig wirkten sich jedoch auch negative Sondereffekte auf die Jahresrechnung aus:

  • Mehrwertabgaben von CHF 1.4 Mio. für gemeindeeigene Liegenschaften des Finanzvermögens, die sich negativ auf das Ergebnis auswirkten.
  • Steigende Kosten in der Pflegefinanzierung (+CHF 0.3 Mio.), die die Gemeinde zusätzlich fordern.

«Besonders die Pflegekosten bleiben eine Herausforderung», betont Patrik Lang, Leiter Finanzen. «Wir sehen, dass diese Ausgaben weiterhin steigen und die Gemeinde finanziell belasten werden. Hier braucht es langfristige Lösungen.» Zusätzliche Verschiebungen zeigten sich auch bei den Sozial- und Bildungsausgaben: Während die Ausgaben für materielle Hilfe um CHF 0.2 Mio. sanken, wurden für Lehrerlöhne CHF 0.4 Mio. weniger in Rechnung gestellt als erwartet.

Investitionen und Eigenkapital: Finanzlage bleibt angespannt
Die Nettoinvestitionen der Gemeinde beliefen sich im Jahr 2024 auf CHF 6.61 Mio., während die Selbstfinanzierung CHF 7.64 Mio. betrug. Dadurch resultierte ein Finanzierungsüberschuss von CHF 1.03 Mio. – eine grundsätzlich positive Entwicklung. Das Eigenkapital der Gemeinde per 31. Dezember 2024 beträgt CHF 127.26 Mio., wovon CHF 22.1 Mio. auf Spezialfinanzierungen entfallen. Das Nettovermögen pro Einwohner konnte auf CHF 2’646.05 (Vorjahr CHF 2’556.58) gesteigert werden. Dies bedeutet einen leichten Anstieg der finanziellen Reserven. Trotz dieser erfreulichen Zahlen warnt Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger erneut vor übermässigem Optimismus: «Das gute Ergebnis darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die langfristige Finanzlage angespannt bleibt. Viele der positiven Effekte sind nur auf dem Papier sichtbar und haben keinen direkten Einfluss auf unsere finanziellen Handlungsspielräume. Wir müssen weiterhin mit steigenden Ausgaben und schwankenden Einnahmen rechnen.» Die Herausforderungen für die kommenden Jahre sind damit weiterhin gegeben:

  • Schwankende Steuererträge: Die Nachtragszahlungen, die 2024 das Ergebnis verbessert haben, werden sich in dieser Höhe nicht wiederholen.
  • Steigende Sozialkosten: Insbesondere die Pflegefinanzierung wird eine zunehmende Belastung darstellen.
  • Anstehende Investitionen: Infrastruktur- und Bildungsprojekte erfordern eine durchdachte und nachhaltige Finanzplanung.

Steueranpassung: Gemeinderat prüft eine erneute Verschiebung
Angesichts des positiven Abschlusses stellt sich die Frage, ob die geplante Steueranpassung nochmals hinausgezögert werden kann. Der Gemeinderat will diese Option sorgfältig prüfen, um eine langfristig tragfähige Finanzstrategie sicherzustellen. Patrik Lang, Leiter Finanzen, erklärt: «Dank des positiven Jahresergebnisses haben wir eine gewisse Reserve. Es ist jedoch entscheidend, dass wir die finanzielle Entwicklung über mehrere Jahre hinweg betrachten und nicht die vergangenen guten Jahre als Massstab nehmen.» Der Gemeinderat wird in den kommenden Wochen deshalb eine sorgfältige Analyse durchführen und bis zur Einwohnergemeindeversammlung am 20. November 2025 eine fundierte Entscheidung zur Steueranpassung treffen. «Unser oberstes Ziel ist eine nachhaltige Finanzplanung, die zukünftige Herausforderungen miteinbezieht. Nur so können wir unsere Gemeinde langfristig auf einem stabilen Kurs halten», betont Hans-Peter Budmiger.

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