Der Eichenprozessionsspinner breitet sich weiter aus. Bisher waren vor allem freistehende, gut besonnte Eichen betroffen. Nun wurden auch im Wald erste Befälle festgestellt. In den vergangenen drei Wochen sind beim Forstbetrieb Region Muri vier Meldungen zum Eichenprozessionsspinner eingegangen.
Der Eichenprozessionsspinner ist eine einheimische Schmetterlingsart. Während einer Massenvermehrung können seine Raupen Eichen stark schädigen und die Bäume teilweise vollständig entlauben. Gleichzeitig stellt der Eichenprozessionsspinner ein Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere dar. Die feinen Brennhaare der Raupen können bei Kontakt allergische Reaktionen auslösen, insbesondere an Haut, Augen und Atemwegen.
Besondere Vorsicht ist auch bei alten Gespinstnestern geboten. Die Brennhaare bleiben über mehrere Jahre aktiv und können sich im Bodenbewuchs oder im Unterholz ansammeln. Dadurch können sie auch später noch zur Gefahrenquelle werden, zum Beispiel bei Waldarbeiten oder bei Freizeitaktivitäten im Wald.
Typisch sind dicht gesponnene Nester an Stämmen oder dickeren Ästen von Eichen. Die nachtaktiven Raupen ziehen sich tagsüber in diese Gespinstnester zurück. Wer solche Nester entdeckt, sollte sie nicht berühren und Abstand halten.
Der Forstbetrieb Region Muri kontrolliert stark frequentierte Plätze und Wege in Eichenbeständen sorgfältig. Bei festgestelltem Befall werden Hinweisplakate angebracht. Kürzlich entdeckte eine Waldbesucherin den Eichenprozessionsspinner im Waldabschnitt Muri Hau. Der Förster hat die betroffene Stelle am Wegrand mit einem Hinweisplakat markiert.
Meiden Sie den direkten Kontakt mit Raupen, Gespinstnestern und befallenen Bereichen. Halten Sie Kinder und Tiere fern und beachten Sie die Hinweise vor Ort.
Weiteres Hintergrundwissen und Handlungsempfehlungen finden Sie auf der Website der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL: https://www.wsl.ch/de/publikationen/der-eichenprozessionsspinner/