Muri, 24. September 2026
Wie soll sich Muri aus Sicht junger Menschen weiterentwickeln? Welche Themen beschäftigen sie und wo möchten sie sich selbst einbringen? Diesen Fragen widmete sich die Gemeinde Muri im Rahmen des diesjährigen Tags der Demokratie. Bei einem Pizza- und Ideenabend im Gemeinschaftszentrum standen der direkte Austausch, konkrete Ideen und neue Formen der Mitwirkung im Zentrum.
Im Vorfeld des Anlasses hatte die Fachstelle Gesellschaft Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 17 und 20 Jahren mit einer Kurzumfrage nach ihren Anliegen und Ideen für Muri gefragt. Die 27 Rückmeldungen zeigten, dass Freizeit- und Kulturangebote sowie die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr geschätzt werden. Verbesserungspotenzial sahen die Befragten insbesondere bei Treffpunkten, beim Verkehr und beim öffentlichen Raum mit Blick auf die Sportinfrastruktur. Besonders angesprochen fühlen sie sich von der Möglichkeit, eigene Ideen in konkrete Projekte einzubringen.
Am Donnerstag, 17. September 2026, wurden die Ergebnisse bei einem Pizza- und Ideenabend im Gemeinschaftszentrum vertieft. Acht von 13 angemeldeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen nahmen teil und arbeiteten nach einer kurzen Vorstellung der Umfrageergebnisse an verschiedenen Thementischen. «Uns war wichtig, die Jugendlichen nicht einfach nur nach ihrer Meinung zu fragen. Wir wollten mit ihnen ins Gespräch kommen und gemeinsam schauen, was aus ihren Anliegen und Ideen entstehen kann», sagt Judith Renevey, Fachstellenleiterin Gesellschaft der Gemeinde Muri.
Ein Schwerpunkt lag auf dem öffentlichen Raum und insbesondere dem Bahnhofareal. Jana Lorek, Projektleiterin Raumplanung der Gemeinde Muri, gab auf Basis der bestehenden Testplanung und des bereits öffentlich bekannten Planungsstands Einblick in die weitere Entwicklung. Die Jugendlichen brachten daraufhin ihre Bedürfnisse und Perspektiven ein. Gewünscht wurden unter anderem mehr attraktive Angebote für junge Menschen, insbesondere in der Gastronomie, sowie gut zugängliche, konsumfreie Aufenthaltsorte. Daraus entstand beispielsweise die Idee eines «Klosterparks für alle». Für das Bahnhofsumfeld war den Jugendlichen zudem wichtig, dass die Identität von Muri erkennbar bleibt. «Gerade bei der Entwicklung des öffentlichen Raums ist es wertvoll, früh zu erfahren, was unterschiedliche Bevölkerungsgruppen brauchen und wie sie einen Ort nutzen möchten. Die Perspektiven der jungen Menschen geben uns zusätzliche Impulse für unsere planerische Arbeit», sagt Lorek. Auch aus Sicht der Teilnehmenden wurde der direkte Austausch geschätzt: «Schön zu sehen, dass die Gemeinde ein echtes Interesse an den Anliegen der jungen Bevölkerung zeigt und in den Austausch geht.»
Ein weiterer Thementisch widmete sich der Zukunft der Jungbürgerfeier. In zwei rund 20-minütigen Runden kamen rund 100 Ideen und Stichworte zusammen. Gewünscht werden insbesondere ein ungezwungener Austausch mit Mitgliedern des Gemeinderats, verständliche Informationen zu Aufgaben und aktuellen Gemeindethemen sowie ein attraktiver, lockerer Rahmen mit einer gemeinsamen Aktivität und Essen. An einem dritten Tisch setzten die Jugendlichen eigene Themen auf die Agenda und entwickelten erste Lösungsansätze. Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Vorschläge in kurzen Pitches. «Die Stimmung war wirklich sehr locker, sodass sich alle auch wirklich einbrachten», fasste eine teilnehmende Person den Abend zusammen.
Die Rückmeldungen zeigen, dass die persönliche und niederschwellige Form des Austauschs geschätzt wurde. «Mitwirkung funktioniert aus unserer Sicht dann gut, wenn sie unkompliziert ist, an konkreten Themen ansetzt und die Teilnehmenden merken, dass ihre Beiträge ernst genommen werden», sagt Renevey. «Genauso wichtig ist, dass wir anschliessend transparent aufzeigen, was mit den eingebrachten Ideen passiert.» Die Gemeinde Muri wird die Anregungen nun prüfen und interessierte Jugendliche über die nächsten Schritte informieren. Bei geeigneten Themen sollen sie erneut einbezogen werden. Mit dem Pizza- und Ideenabend erprobte die Gemeinde eine Form der Mitwirkung, die den persönlichen Austausch und konkrete Fragestellungen ins Zentrum stellt. Auch der Wunsch nach weiteren solchen Möglichkeiten wurde deutlich: «Sehr coole Veranstaltung. Würde mich freuen, wenn es mehr solche Anlässe gibt.»
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Gemeinsam Ideen entwickeln statt nur Meinungen abfragen: In kleinen Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden an konkreten Fragestellungen und diskutierten mögliche Lösungsansätze für Muri. |
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